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Inleidingen in de filosofie

Voorkant Precht 'Erkenne dich selbst' Richard David PRECHT
Erkenne dich selbst - Eine Geschichte der Philosophie - Band 2: Renaissance bis Deutscher Idealismus
Wilhelm Goldmann Verlag, München, 2017, 1263 blzn.;
ISBN-13: 978 36 4118 2274

Einleitung

"Wie im ersten Band dieses Projekts betreffen die neuen Akzente bei mir vor allem die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie Fragen nach der Leiblichkeit und der Biologie."(11)

"Der Generalist hat es heute schwer."(13)

"In Frankreich treten spätestens mit der Revolution die allgemeine Vernunft und der allgemeine Wille an die Stelle Gottes; in Großbritannien tut dies der heilbringende Markt. Und während der Vernunftabsolutismus nur ein kurzes heftiges Feuer abbrennt, erfreut sich der Marktabsolutismus noch immer zahlreicher mächtiger Anhänger in aller Welt." [mijn nadruk] (18-19)

(22) Das Geleit der Könige - Vom irrealen Zauber der Malerei

Over De Medici van Florence:

"Als Bankiers für Fürsten und Päpste sind sie die führenden Repräsentanten jener Kaste, die schon seit dem 13. Jahrhundert das Mittelalter dynamisiert. Die christlich wohlgeordnete Welt entzaubern sie durch die seelenlose Rationalität von Geld, Kalkül und Effizienzdenken. Zugleich aber geben die Herren der kalten Münze prachtvolle Umzüge wie am Johannistag des Jahres 1445 in Auftrag, bei dem Laienspieler, Prominente und zweihundert Pferde die Weihnachtsgeschichte opulent nachspielen."(30)

(38) Philosophie der Renaissance

(41) Die Welt in uns selbst

"Überall erscheint den Menschen die Welt als eine Ansammlung von Widersprüchen. Eine übergreifende Ordnung ist weit und breit nicht in Sicht. Der klare Verstand kann die Widersprüche nur feststellen, aber nicht auflösen."(43)

Over Nikolaus von Kues (Cusanus) die o.a. geïnspireerd werd door Ramon Llull:

"Wie Platon und Aristoteles unterscheidet der junge Diplomat in päpstlicher Mission zwischen Verstand (ratio) und Vernunft (intellectus). Der Verstand ist das gleichsam technische Hilfsmittel, das es uns ermöglicht, logische Schlüsse zu ziehen. Die Vernunft dagegen ist das umfassendere Einsichtsvermögen, das jene Voraussetzungen erkennt, die allem logischen Schließen zugrunde liegen. Als geistige Besonnenheit ist sie weit mehr als Logik; sie ist Weltklugheit. Diese Vernunft, meint Cusanus, sagt uns, dass die Ratio nicht alles ist. Sie sagt uns, dass der Verstand, wenn er sich bemüht, die Natur zu durchdringen, keine Einheit vorfindet, sondern ein endloses Hin und Her in einer Welt aus Gegensätzen. Aristoteles hatte versucht, diese Gegensätze zu harmonisieren.(...) Kurz gesagt: Aristoteles hatte die Dinge so voneinander geschieden, dass ihr Zusammenspiel aus Gegensätzen unter den Tisch fiel.(...)
Die Philosophen hatten die Welt nur rational betrachtet und möglichst widerspruchsfrei sortiert. Es komme aber darauf an, die Einheit der Welt als ein Zusammenspiel von Gegensätzen zu verstehen, die sich nicht logisch beseitigen lassen. Damit, so meint Cusanus stolz, stehe die Philosophie vor einem umfassenden Neuanfang."[mijn nadruk](46-48)

"Man muss die Welt nicht mit dem Verstand durch und durch logisch ergründen wollen, wie Aristoteles es versucht hatte und mit ihm so viele Philosophen des Mittelalters. Weltklüger ist es, sich die Ohnmacht des Verstands bei höchsten und letzten Fragen ganz einfach einzugestehen!"[mijn nadruk](51)

"Der Vernünftige weiß um die Beschränktheit des Verstands."(52)

"Ramon Llull war ein Philosoph des Mittelalters; allerdings nur, weil er im 13. Jahrhundert lebte. Was seine Gedanken anbelangt, so war er ein Künder jenes Neuen, das man später als typisches Gedankengut der Renaissance beschreiben wird. Dieses Neue lässt sich in fünf kurzen Sätzen zusammenfassen. Llull setzte, wie später Cusanus, die Vernunft über den Verstand. Er suchte – philosophisch und naturwissenschaftlich beschlagen – das Universalprinzip, das die Welt im Innersten zusammenhält. Dieses Prinzip konnte für ihn in einer Welt des permanenten Werdens und Vergehens kein »Sein« sein, sondern nur ein »Wirken«. Llull fahndete nach dem spirituellen Kern dieses Wirkens und damit nach dem Gemeinsamen aller Religionen; folgerichtig predigte er religiöse Toleranz. Und er setzte den einzelnen Menschen, das Individuum in seiner Besonderheit, ins Zentrum seiner Philosophie. All dies gilt heute als das Denken einer gegenüber dem Mittelalter neuen Epoche."(52-53)

"Für viele heutige Leser sind solche Gedanken unverständlich und auf eine vorwissenschaftliche Weise einfältig. Es gibt nur eine Logik und eine Rationalität, und die haben mit spirituellen Einsichten nichts zu tun. Doch so einfach ist die Sache nicht. Llull sieht nämlich völlig zu Recht, dass das, was den Menschen antreibt, nicht seine Rationalität ist. Wenn wir nach Güte, Liebe und Wahrheit streben, dann ist dieses Streben nicht logisch erklärbar. Stattdessen wirken Kräfte in uns, die uns überhaupt erst dazu anspornen, nach der Wahrheit zu suchen und dabei logische Gedanken zu entwickeln. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit gehen nahezu alle Menschen davon aus, dass diese Kräfte und Energien »von oben«, also göttlich, auf uns einwirken, um uns als Menschen zu erhöhen. Jahrhunderte vor Charles Darwin sieht man sie nicht als sozial hoch verfeinerte animalische Bedürfnisse an, wie es heutige Biologen tun. Streben und Denken, Trieb und Verstand als zwei Seiten einer Medaille zu sehen, wie Llull es tut, ist wegweisend. Und Wirkkraft und Rationalität zusammen in einer »neuen Logik« zu denken ist im 13. Jahrhundert keineswegs ein abwegiger, sondern ein kluger Gedanke."[mijn nadruk](61-62)

Dat soort denken inspireerde Cusanus dus.

"Wie Llull wertet er diesen Erkenntnisprozess als die Chance, sich selbst zu vergöttlichen. Die Unendlichkeit, das Absolute, ist in uns selbst. Es ist nicht Teil der Außenwelt, sondern intime Innenwelt."(73)

"Im Gefolge Llulls hat er die entscheidende Wende der Philosophie vorgedacht. Diese Wende lautet: Alles, was ich von der Welt weiß, weiß ich in meinen Gedanken. Folglich muss ich nicht die Welt untersuchen, von der ich außerhalb meiner Gedanken nichts wissen kann. Sondern ich muss meine Gedanken ergründen, um in ihnen die Welt zu erkennen. Modern ausgedrückt ist Cusanus ein früher Vertreter der Bewusstseinsphilosophie."(73)

[Ik denk dat er wel wat is af te dingen op wat Precht hier stelt. Spirituele inzichten? Spirituele werking? Waarom zouden we ons met zoiets vaags bezig houden? Wat zeg je als je het hebt over 'het oneindige in onszelf' of 'het absolute in onszelf? Ik vind het opvallend hoeveel in dit soort denken van Llull en Cusanus een taalspel is, talige onderscheidingen die een eigen leven gaan leiden als waren de abstracties waarnaar ze verwijzen dingen die ruimtelijk zijn en werkelijk bestaan. Helemaal in de lijn van Plato, het Neoplatonisme, etc., al is de richting nu naar binnen en wordt het bewustzijnsfilosofie. Dat is het universalia-probleem eigenlijk ten voeten uit.]

"Dieser Konflikt, der sich durch das ganze Mittelalter zieht, ist als Universalienproblem in die Geschichte eingegangen. Bezeichnen Worte wie »Menschheit« oder »das Gute« Dinge, die es tatsächlich gibt? Oder sind »Menschheit« und »das Gute« nur Worte, begriffliche Konventionen, ohne eine objektive Entsprechung?"(83)

[Dat laatste natuurlijk :-) Het nominalisme wint.]

"Der Kaufmannsstand, lange von der Kirche beargwöhnt und gering geschätzt, hat seine religiösen Fesseln abgelegt, tatkräftig unterstützt von pragmatischen Männern der italienischen Kirche. Der Weg ist frei für eine neue Welt …"(86)

(87) Neue Perspektiven

Over de opkomst van bankbiljetten en de geldeconomie.

"Ohne Papiergeld hätte sich der Kapitalismus niemals so entfalten und verbreiten können, wie er es vom Italien des 15. Jahrhunderts aus tat. Die virtuellen Geldflüsse begünstigen zugleich neue Entdeckungen und Erfindungen. Sie verändern den Umgang der Gesellschaften mit Abstraktionen, mit symbolischen Werten und mit fiktiven Welten. Nach und nach verlagern sie sich von der Religion in die Ökonomie und verlassen damit ihr angestammtes Terrain zugunsten eines anderen. Der Spielraum öffnet sich für eine nicht-klerikale Philosophie und Welterklärung."(88)

De rol van de filosofie verandert dus ook.

"In Italien entwickelt sich, anders als in Deutschland, ein völlig neues Berufsbild des Philosophen. Waren sämtliche Philosophen des Mittelalters Theologen im Dienste der Orden und der Kirche gewesen, so kommt nun südlich der Alpen die Rolle eines öffentlichen Intellektuellen fernab der Kirche auf."(92)

"Der philosophiegeschichtliche Begriff »Humanismus« dagegen meint etwas anderes. Er bezeichnet eine Tradition, die mit dem Dichter, Philologen und Historiker Francesco Petrarca (1304 – 1374) und seinem Dichterkollegen Giovanni Boccaccio (1313 – 1375) beginnt. Man entdeckt die Kultur der Römer und später der Griechen neu, studiert ihre Sprache, kopiert ihren Stil und besinnt sich auf deren positive Errungenschaften. Die Humanisten des 15. Jahrhunderts sind Schriftgelehrte in den alten Sprachen. Ihr Wunsch und ihre Bereitschaft, daraus Schlüsse für die Gegenwart zu ziehen, sind allerdings höchst unterschiedlich. Es gib einen gelehrten stillen, einen schwärmerisch utopischen und einen kämpferisch politischen Humanismus. Alle zusammen prägen sie eine Epoche, die man später »Renaissance« (»Wiedergeburt«) nennt – die Modernisierung der europäischen Kultur aus dem Geiste der griechisch-römischen Tradition." [mijn nadruk](94)

Briefwisselingen spelen daar een grote rol in.

"Von griechischem und römischem Boden aus träumen sie [de humanisten - GdG] von einer gerechteren Welt, einer menschlicheren Moral oder einem besser regierten Staat."(96)

"Die antiken Autoren werden philologisch sorgfältig begutachtet auf der Suche nach ihren ursprünglichen Absichten. Die Humanisten reinigen die alten Texte von christlicher Firnis und versuchen ihren originalen Geist zu erspüren und zurückzugewinnen. Ein Meister dieses Metiers ist Lorenzo Valla (1405/07 – 1457).
Immer wieder entdeckt er, wie das Mittelalter die antike Tradition verzerrt, verfälscht und missverstanden hat. In seinem Buch Von der Lust greift er die alte platonisch-stoisch-christliche Traditionslinie an, Tugend mit Glück gleichzusetzen. Valla dagegen sieht das Glück nicht in der Tugend, sondern in der Lust. Damit ergreift er Partei für die bei den Christen stets verrufenen und verschrienen Epikureer. Doch Valla bleibt gleichwohl auch Christ und geht weit über Epikur hinaus. Nicht im diesseitigen Leben winke die höchste Lust, sondern im Jenseits."(98)

"Während Valla sich darum bemüht, den originalen Geist der Antike wieder aufleben zu lassen, sind viele berühmte Männer in einem ganz anderen Metier damit beschäftigt, die Welt in einem neuen Licht, einer neuen Perspektive zu sehen. Diese Leute sind Handwerker, wenn auch in einem besonderen, neu definierten Sinn. Und wenn man heute an die Renaissance denkt, so denkt man wahrscheinlich als Erstes an sie – an Maler wie Piero della Francesca, Sandro Botticelli, Leonardo da Vinci, Raffael und Michelangelo."(102)

Grote veranderingen in de schilderkunst door het perspectief. De inhoud wordt seculier. De architectuur moet de wereld beter maken.

"Ideale Stadtplanungen – von denen es im Gefolge Albertis viele gibt – sollen mit logischer Präzision ideale Gesellschaften hervorbringen."(109)

"Anders als Aristoteles gilt Platon im Spätmittelalter eher wenig und ist sogar einigermaßen in Vergessenheit geraten. Die meisten Dialoge sind nie ins Lateinische übersetzt worden."(112)

Marsilio Ficino (1433 – 1499) vertaalt Plato in zijn geheel in het Latijn (verschijnt 1484).

"Ficinos »Theosophie« ist elegant formuliert, ästhetisch ausgefeilt und von Lichtmetaphorik illuminiert. Seine Schriften lesen sich eher wie Literatur als wie Philosophie. Für bedeutend halten wir sie heute vor allem deshalb, weil sie vom Menschen schwärmen. Sie sehen ihn als den Mittelpunkt des Universums und als einen freien Gestalter seiner Innen- und Außenwelt."(123)

"In Ficinos Philosophie ist nichts gesagt über Machtverteilung oder Regierungsform. Alles bleibt im Theoretischen, und nichts wird praktisch. Und so privilegiert der Günstling der Medici sein Leben lang ist, so folgenlos bleiben seine Gedanken für die Gesellschaft und die Stadt Florenz." [mijn nadruk](125)

In tegenstelling tot Giovanni Pico della Mirandola (1463 – 1494).

"Der junge Pico bewundert den strengen Wahrheitsbezug der aristotelischen Philosophie und verteidigt ihn gegen die rhetorische Leichtfüßigkeit der Humanisten. Aber er will keine Spaltung, sondern eine neue Einheit. Er liest alles, was er auftreiben kann, er studiert Platon, Plotin und Hermes Trismegistos mit Ficino. In Paris beschäftigt er sich mit dem Perser Avicenna und dem Araber Averroës. Er liest die Klassiker des Mittelalters wie Thomas von Aquin, Johannes Duns Scotus und Heinrich von Gent. Und er vertieft sich ausgiebig in die jüdische Philosophie, vor allem in die Schriften der Kabbala, in Moses Maimonides, in Nachmanides und Levi ben Gershon. Pico sucht nach der gemeinsamen Wahrheit in all diesem so unterschiedlichen Denken." [mijn nadruk](126-127)

"Kein griechischer oder römischer Philosoph und erst recht kein Kleriker des Mittelalters hatte je so pathetisch von der Freiheit und Selbstbestimmung (sibi praefiniens) des Menschen gesprochen wie der junge und reiche Aristokrat Pico."(131)

Andere originele denker: Pietro Pomponazzi (1462 – 1525), die nadenkt over de onsterfelijkheid van de ziel en de vrije wil.

"In Pomponazzis Welt der Naturgesetze gibt es keine Freiheit. Während Ficino und Pico in Florenz von der uneingeschränkten Freiheit des Menschen schwärmen, kann Pomponazzi in Bologna keine finden. Wie soll es in einer Welt, in der alles nur eine Kette von Ursache und Wirkung ist, Freiheit geben können?"(140)

Door de ontdekkingsreizen van Columbus en anderen verschuift het centrum weg van de Middellandse Zee en Italië. Spanje, Portugal en Frankrijk worden machtiger. De paus - Julius II - is een zeer wereldlijk heerser en Niccolò Machiavelli (1469 – 1527) de denker die daar bij past.

(156) Diesseits und Jenseits

Over Erasmus von Rotterdam (um 1467 – 1536). Hij studeerde in Brussel, Parijs, London (vriendschap met Thomas More (1478 – 1535)), en drie jaar in Italië waaruit hij teleurgesteld vertrok, een humanistische intellectueel ten top. Hij schrijft o.a. de Lof der Zotheid.

"Doch die dringend notwendige Reform und die große Umwälzung der Kirche gelingen ihm trotz seines enormen Netzwerks von gleichgesinnten Brieffreunden in ganz Europa nicht. Sie werden einem Mann vorbehalten sein, der nicht annähernd das intellektuelle Format von Erasmus hat, dafür aber ein von keinem Zweifel getrübtes Selbst- und Sendungsbewusstsein und einen unbändigen, mitunter äußerst brutalen Willen …"(164)

En dat is Martin Luther (1483 – 1546).

"Das 16. Jahrhundert ist keine Zeit großer philosophischer Systeme. Es ist eine Zeit der Unruhe und des Unbehagens, der Nervosität und des Aufruhrs, der Suche, der Traktate und der Flugschriften. Mit der mittelalterlichen Ordnung ist etwas Althergebrachtes zu Ende gegangen. Aber es ist völlig unklar, welchen Segen das diffuse Neue den Menschen bringen wird."(165)

"Erasmus sieht Luthers überraschenden Aufstieg zur Galionsfigur der Reformation mit gemischten Gefühlen. Immer wieder nimmt er ihn gegen schnelle Verurteilungen in Schutz, doch gemein machen möchte er sich mit dem furiosen Sachsen nicht. In seinen Briefen an den Reformator lobt er dessen Leistungen, kritisiert aber zugleich dessen Fehlleistungen. Und Erasmus missfällt vieles. Ihn stört, dass Luther nach anfänglichem Zögern den Papst direkt angreift. Erasmus hält dies für eine Sache der Fürsten. Mehr noch stört ihn die von keinem Zweifel getrübte Rechthaberei Luthers. Humanisten wie Erasmus diskutieren ihre Standpunkte in Briefen, aber sie proklamieren keine Thesen wie Luther oder die Scholastiker des Mittelalters. Sie drohen auch nicht allen Andersdenkenden die Hölle und das Fegefeuer an, wie Luther es in zunehmendem Maße tut. Und Erasmus erschrickt vor Luthers rückwärtsgewandter Gnadenlehre. Wie Paulus, Augustinus und mit ihnen die Papstkirche des Mittelalters sieht Luther das menschliche Schicksal als vorherbestimmt an. Gott in seiner Gnade legt fest, welche Menschenseele nach dem Tode errettet wird und welche nicht. Wen sein Wille zum Bösen drängt, kann nichts dagegen tun, wählen kann er nur zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Sünde. Ein radikaler Zweifel an der Willensfreiheit, aber mit einer ganz anderen Motivation formuliert als bei Pomponazzi, den Luther nicht kennt. Für Luther geht es darum, sich Gottes Ratschluss zu unterwerfen, weil alles »Rennen und Laufen« unnütz ist – denn entweder reitet uns Gott oder der Teufel. Sola gratia nennt Luther sein Prinzip: »allein durch Gnade«." [mijn nadruk] (171-172)

Meer over de Reformatie (ook wel: het protestantisme), dat vele gezichten kende en al gauw niet meer zo revolutionair was als in het begin. Burgeroorlogen en conflicten en meningesverschillen nemen toe.

"In Kürze ist die Bewegung tief gespalten. Denn fast überall, wo sich der Protestantismus durchsetzt, will er von seiner ursprünglich wichtigsten Forderung – der Trennung von Christentum und Obrigkeit – nichts mehr wissen. Ganz im Gegenteil: Je sicherer sie sich ihrer weltlichen Macht sein können, umso mehr drängt es die evangelischen Reformatoren zu einer Theokratie – einer Unterordnung alles Weltlichen unter die Kirchenherrschaft.(...) Wie immer man den Protestantismus bewertet, dort, wo er Macht erlangt, verhält er sich jedenfalls um keinen Deut humaner als die katholische Kirche."(182)

"Unter dem Beifall von Luthers Mitstreiter Melanchthon zeigt der Protestantismus, dass er bereit ist, den gleichen Weg zu gehen, den das Christentum in seiner Entwicklungsgeschichte schon so oft gegangen ist: Aus Verfolgten werden Verfolger und aus einer Idee der Toleranz ein System der Intoleranz."(183)

Er zijn ook wel critici zoals de Franse humanist Sebastian Castellio (1515 – 1563).

"Calvin tobt und nennt Castellio ein »Werkzeug des Satans«. Gemeinsam mit Théodore de Bèze agitiert er gegen den menschenfreundlichen Humanisten und zerrt ihn vor Gericht. Castellios philosophisches Buch, das er in der Zeit der Querelen schreibt, kann nicht erscheinen: De arte dubitandi (Über die Kunst zu zweifeln). Es ist ein seltenes Werk der Vernunft-Philosophie in einer religiös aufgeheizten Zeit. (...) Ein blinder Glaube hilft nicht weiter [zegt Castellio]. Stattdessen sollten wir auf die Stimme der Vernunft hören. Sie sagt uns, dass das, was wir mit Sicherheit glauben, nur eine Möglichkeit unter vielen ist. Keine Wahrheit ist absolut, und alles Wissen ist relativ."(186-187)

"Wie Castellios Fall zeigt, hatte die Philosophie mit ihren leiseren Tönen einen schweren Stand gegenüber dem religiösen Fundamentalismus des 16. Jahrhunderts. Die Reformatoren forderten Frömmigkeit und Bekenntnisse, keine Abwägungen und Reflexionen. Die Logik, in der Scholastik des Mittelalters von großer Bedeutung, war dabei völlig auf den Hund gekommen. Erasmus interessierte sich überhaupt nicht dafür. Und für Menschen wie Luther, Zwingli oder Calvin lag die Wahrheit nicht in logischen Sätzen und stimmigen Beweisführungen, sondern allein im Glauben. Tiefe Erkenntnis erlangte man nicht durch Nachdenken und Grübeln; sie war ein Gnadenakt Gottes." [mijn nadruk](188)

Over Thomas More's Utopia (1516).

"More kokettiert auf humanistische Weise mit der Tradition, wenn er von einem »besten Zustand des Staates« spricht. Eine Insel fern im Atlantik – das erinnert an Platons Erzählung von Atlantis im Timaios und die Schilderung der idealen Städte Kallipolis und Magnesia in dessen Dialogen Politeia und Nomoi.
Tatsächlich hat Utopia manches mit Kallipolis und Magnesia gemein, denn der ideale Staat ist eine kommunistisch organisierte Republik."(191)

"Republik statt Monarchie oder Aristokratie, Rationalität statt Glaube, ein säkularer Staat, Selbstbestimmung statt Erbsünde und Gottesgnadentum, Freiheit statt Vorherbestimmung, Versicherungen statt Schicksal – man meint, ein Werk des 19. oder des 20. Jahrhunderts vor sich zu haben! Wie konnte ein Zeitgenosse Machiavellis und Luthers sich so etwas erdenken?"(192)

(198) Ein neuer Himmel

Over Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543) en zijn wiskundig onderbouwde opvatting dat de aarde om de zon draait, wat tegen het zere been is van de protestanten en wat later ook de katholieken die de bijbel letterlijk nemen.

"Die wahre Revolution des mittelalterlichen Weltbilds kam nicht durch die Reformation, sie kam auf den leisen Sohlen der Mathematik und durch diesen bescheidenen Domherrn aus dem Ermland."(200)

Vervolgens gaat het over zijn tijdgenoot Leonardo da Vinci (1452 – 1519).

"Leonardo misstraut allen überlieferten Begriffen und Erklärungen und glaubt nur, was er selbst erforscht und beobachtet hat."(207)

"Zum allgemeinen Wissen über die Renaissance gehört, den Humanismus und den Aufstieg der Naturwissenschaften als zwei Seiten einer Medaille zu feiern. Doch das Gegenteil ist der Fall. Der Siegeszug der Naturwissenschaften beginnt genau dort, wo der Humanismus schwächelt und seinen Optimismus verliert."(210)

"Zeiten der gesellschaftlichen Utopie sind meist keine guten Zeiten für naturwissenschaftlich-technische Utopien – so wie Zeiten der technischen Utopie (wie die unsere heute) keine guten Zeiten für gesellschaftliche Utopien sind." [mijn nadruk](211)

"Es ist die Geburtsstunde der italienischen Naturphilosophie – der Versuch, ein neues System zu finden, das Himmel und Erde sowie alle physischen und psychischen Phänomene in eine neue Ordnung bringt. Ihr erster bedeutender Vertreter ist Girolamo Cardano (1501 – 1576), ein weithin berühmter Arzt und Mathematiker aus Pavia. Sein Werk De rerum varietate (Von der Vielfalt der Dinge) erlebte nach seinem Erscheinen im Jahr 1557 fünf Auflagen und wurde ins Deutsche und ins Französische übersetzt."(213)

"Einen Gesinnungsgenossen findet Cardano kurze Zeit später in Bernardino Telesio (1508 – 1588) aus Kalabrien. Auch er träumt von einem neuen naturphilosophischen Gesamtsystem, das die Physik des Aristoteles ersetzen soll. Seine Schrift De rerum natura (Über die Natur der Dinge) ist ein monumentales Werk in neun Büchern."(216)

"Das naturphilosophische Werk des Süditalieners mochte ziemlich wild zusammengeschustert und bei genauerem Blick ziemlich inkonsistent sein, es sorgte gleichwohl für Furore und beeindruckte zahlreiche große Denker in ganz Europa. Für sie hat Telesio die Weisheit des Weltbaumeisters in ihre materiellen Bestandteile zerlegt. Der Skeptiker und Materialist Pierre Gassendi (1592 – 1655) studiert Telesios Bücher in Südfrankreich, René Descartes orientiert sich in den Niederlanden an seiner »Biologie«, und der Engländer Thomas Hobbes übernimmt die rein materialistische Theorie der Wahrnehmung.
Den glühendsten Verehrer aber findet Telesio in seinem kalabrischen Landsmann Tommaso Campanella (1568 – 1639)."(219)

"Die Empfindung steht auch am Anfang aller Erkenntnis und nicht ein dem Menschen eingebauter Intellekt. Damit nimmt Campanella eine Denkrichtung vorweg, die man später Sensualismus nennen wird. Erst dadurch, dass unsere Gefühle sich ihrer selbst bewusst werden, entsteht das Geistige. Und diese Selbstbewusstwerdung ist der Ausgangspunkt aller Naturerkenntnis. Auch dieser Gedanke ist wegweisend. Ähnlich wie Cusanus stellt Campanella das Selbstbewusstsein ins Zentrum seiner Philosophie und nicht eine davon unberührte Welt der Objekte."(221)

Vervolgens bespreekt Precht Giordano Bruno (1548 – 1600).

"Bruno reiht sich ein in das philosophische Rollenmodell des »Durchblickers« und »Künders«, den die Welt verkennt, weil sie zu dumm ist – ein Selbstwertgefühl, das seit den Tagen des Vorsokratikers Heraklit immer mal wieder durch die Philosophie spukt. Doch woher will Bruno wissen, dass er, ein sinnlich-perspektivisch begrenzter Mensch wie alle anderen, im Besitz dieser universellen neuen Wahrheit ist? Woher nimmt er das Selbstbewusstsein und die Arroganz, seine Zeitgenossen mit Hohn und Verachtung zu strafen?
Die Frage nach dem eigenen Standpunkt ist ein kritischer Punkt in Brunos Erkenntnistheorie. Mit Llull und Cusanus weiß er, dass alles Wissen, das wir von der Welt haben, ein Wissen in unserem Bewusstsein ist. Menschen korrespondieren nicht mit der Welt, sondern sie machen sich Vorstellungen von der Welt in ihrem Kopf. Doch wie stellen wir sicher, dass die Welt in unserem Kopf mit der Welt »an sich« übereinstimmt? Diese Frage hatte schon viele Denker beschäftigt. Sie ist eine der Kernfragen der Philosophie." [mijn nadruk](237)

"Nachzutragen bleibt, dass die Kirche ihr Urteil über Bruno nie revidierte und auch die Astronomie von einer »Weltseele« bis heute nicht viel wissen will. Stattdessen inspirierte Bruno zahlreiche Pantheisten und Panpsychisten wie Friedrich Heinrich Jacobi, Johann Wolfgang von Goethe, die Jenaer Romantiker, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und den New-Age-Physiker James Lovelock."(242)

Over Michel de Montaigne (1533 – 1592).

"Montaigne hat große Zweifel an der menschlichen Erkenntnisfähigkeit."(246)

"Montaignes kopernikanische Wende ist eine kognitionspsychologische Wende – die Erkenntnis, dass alle Erkenntnis abhängig bleibt von einem zufälligen Standpunkt, räumlich begrenzt, sinnlich eingeschränkt und abhängig von Launen, Stimmungen und vorschnellen Urteilen."(252)

Over Galileo Galilei (1564 – 1641/1642).

"Denn das wahre Sein ist nur zu enträtseln, wenn wir mit dem Werkzeug der Mathematik die Ordnung des Kosmos entschlüsseln. Niemand hatte das zuvor so konsequent versucht wie Galilei. Mit ihm beginnt deshalb in gewisser Hinsicht das naturwissenschaftliche Zeitalter. An die Stelle von allgemeinen Beobachtungen und Spekulationen setzt er nach und nach das Experiment."(254)

[Ik vraag me eigenlijk al de hele tijd af of die term 'Zijn' - als in 'het ware Zijn' zoals hier - door de besproken filosofen gebruikt werd of dat het een term is van Precht.]

Zoals velen voor hem krijgt hij het aan de stok met de katholieke Inquisitie en moet zijn heliocentrische wereldbeeld herroepen. Tijdens zijn huisarrest krijgt hij onder andere bezoek van Thomas Hobbes en John Milton.

"Verträge, in der Welt der Händler von essenzieller Bedeutung, sollen nun auf alle gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen übertragen werden – ein Konzept, mit dem wir uns später ausführlich beschäftigen werden. Die Politik und die Ökonomie lösen sich damit auch theoretisch vom Glauben ..." [mijn nadruk](265)

"Doch die Gier nach Profit ist allgegenwärtig. Sogenannte Armenhäuser zwingen die Verelendeten der Gesellschaft zur Arbeit. Großgrundbesitzer gieren allerorten nach dem Gemeineigentum, um es effizient zu bewirtschaften. Technisches Optimieren und unbedingtes Steigern der Effizienz werden zum Credo der Zeit. All das löst heftige Konflikte zwischen den Interessen der großen Optimierer und jenen der kleinen Bauern aus, deren althergebrachte Lebensform und Existenz auf dem Spiel stehen – nicht anders als überall heute in der Welt. Man denke nur an die Konzern-Giganten der grünen Gentechnik und die Existenznöte der Kleinbauern in Brasilien, Indien, Mali und vielen anderen Ländern." [mijn nadruk](266)

Francis Bacon (1561 – 1626) is degene die dit nieuwe technische denken filosofisch tot principe maakt.

"Danach verfasst er einen Dialog, in dem einige Gesprächspartner einen »heiligen Krieg« der Krone gegen »Schwärme von Menschen« rechtfertigen, etwa gegen die Ureinwohner Amerikas, gegen Besitzlose, Flüchtlinge, Landstreicher und Wiedertäufer. Obgleich das Werk unvollendet ist und mehrere Stimmen zu Wort kommen, erschrickt man noch heute über die Gefühlskälte, mit der Bacon seine Protagonisten für Völkermord und für die Vernichtung lebensunwerten Lebens streiten lässt."(267)

"Francis Bacons Rolle ist eher die eines Künders als die eines Forschers. Sein Novum Organum scientiarum (Neues Werkzeug der Erkenntnisse) formuliert 1620 das Programm eines Aufbruchs.(...)
Bacon dürfte der erste Philosoph sein, bei dem die Scientia die Sapientia vollständig ablöst.(...) Klug, weise und einsichtig sind nur die praktisch ausgerichteten Naturwissenschaften und sonst nichts."(271-272)

[Niet zo'n aardige, mijnheer, die Francis Bacon. ]

"Sein Weltbild ist linear, es entwirft eine Geschichte der Menschheit von der antiken Kindheit in eine erwachsene Zukunft. Und es ist vollständig anthropozentrisch. Himmel, Götter, Tiere und Pflanzen – bei alledem kommt es nur auf das menschliche Wohl an, oder genauer: auf das der privilegierten männlichen Engländer. Ihr Wille macht sich das Wissen über die Natur nutzbar und beutet sie nach ihrem Gutdünken aus. Was sich diesem Ziel nicht unterordnen lässt – ob Astronomie oder philosophische Spekulation –, wird als unnütz aussortiert. Gute Begriffe sind Begriffe, die leicht verständlich sind, sie sind konkret und praktisch. Statt einer passiven Vernunft, vorsichtig und achtsam, benötige der Mensch einen aktiven Geist mit dem unbedingten Willen, zu verändern und zu gestalten."[mijn nadruk](273-274)

"So betrachtet war Francis Bacon ungeheuer wirkungsmächtig, wenn auch weniger als Philosoph denn als Ideologe jener Leitidee, die sich in der abendländischen Welt bis heute immer weiter entfalten und radikalisieren sollte: der Verpflichtung auf Effizienz, aufs Kosten-Nutzen-Kalkül und den unbedingten Glauben, dass die Menschheit durch nichts so selig werde wie durch immer neue und bessere Technik. Das große Staunen jedenfalls gilt nicht mehr der Natur, so wie sie ist, sondern dem, was der Mensch aus ihr macht, indem er sie nach seinem Interesse gestaltet. Das Gleiche gilt auch für das Staatswesen."[mijn nadruk](275)

Zijn eiland in Nova Atlantis is één groot laboratorium waarin dingen onderzocht en uitgevonden worden. Maar de samenleving blijft er hetzelfde.

"Auch scheinen all die neuen Erfindungen das Leben der Menschen sozial gar nicht zu verändern. Während der eine Strang des Lebens vorwärts rast, bleibt in Staat und Gesellschaft alles beim Alten. Die sozialen Spannungen, Überforderungen, tief greifenden Umgestaltungen und notwendigen Neuverteilungen von Macht, die noch mit jedem technischen Fortschritt einhergehen, sind nicht geahnt; nicht anders als das Silicon Valley heute jede Verantwortung dafür weit von sich weist. Stattdessen wird der technische Fortschritt, ähnlich wie heute, zu einem Götzen. Alles andere, das Zusammenleben, Erziehung, Bildung und Lebensfreude, wird ihm untergeordnet, in blutarmer Zuversicht, dass der Rhythmus der Innovation jeden anderen Lebensrhythmus katalysiert. Die Zukunft ist wichtiger als jede Gegenwart, das Werden wichtiger als jedes Sein."[mijn nadruk](278-279)

(281) Philosophie des Barocks

(285) Ich denke, also bin ich

Dit deel begint met René Descartes (1596 – 1650).

"Wie kein anderer Philosoph vor ihm hat Descartes zwei Fragen in aller Gründlichkeit systematisch untersucht – zwei Fragen, die die Grundlage für das sind, was wir heute »Erkenntnistheorie« nennen."(289)

De eerste vraag is 'Hoe weet ik wat ik weet?' en de tweede is 'Hoe werkelijk is de werkelijkheid?' Het verschil met voorheen zou zijn dat die kwesties nu systematisch en methodisch doordacht werden.

[Ik vind dat een ietwat rooskleurige weergave van Descartes werk, al is Precht verderop een stuk kritischer. Maar het is zo simpel: bepaalde aannames zijn namelijk helemaal niet volledig doordacht, zoals het bestaan van god die door Descartes overal binnen gesmokkeld wordt en de garantie voor zijn zekerheid wordt. Maar zonder god is die zekerheid er dus niet. Niet zo geweldig. En in die zin past hij nog steeds in de groep van filosofen uit de Oudheid en de Middeleeuwen die er ook te pas en te onpas god bijhalen om iets te verdedigen of zo. Totaal zinloos. ]

"Spätere Kritiker haben eingewandt, dass ich, um meinen Zweifel an allen Dingen dieser Welt zu formulieren, eine hinlänglich funktionierende Sprache benötige. Die Sprache aber wird von Descartes nicht angezweifelt. Er benutzt sie, ohne jeden Zweifel daran, dass man sich durch Wörter, Sätze und Grammatik ja vielleicht auch täuschen könnte. Der US-amerikanische Philosoph Charles Sanders Peirce (1839 – 1914) wird den voraussetzungslosen Zweifel für Unfug erklären, weil er gar nicht möglich ist. Jeder, der philosophiert, habe so viele Gedanken, Ideen, Prägungen und Vorurteile im Kopf, dass er sie auch dann nicht loswerde, wenn er vorgibt, von alldem abzusehen. Ist nicht schon der Versuch, von allem absehen zu wollen, durch vorausgehende Urteile und Überlegungen motiviert? »Wir sollten nicht vorgeben in der Philosophie zu bezweifeln, was wir in unseren Herzen nicht bezweifeln.«"[mijn nadruk](312-313)

[Precies, dat vind ik ook. Je kunt jezelf niet zo maar even uit de wereld losmaken. Ik begrijp werkelijk niet waarom we nog aandacht aan Descartes schenken vandaag de dag. In een geschiedenis vasn de filosofie, dat begrijp ik, maar verder? Iemand die zo veel denkfouten maakt, niet te geloven.]

"Descartes hat der Nachwelt kein vollständiges System hinterlassen, das von der Metaphysik lückenlos in die Physik und die angewandten Naturwissenschaften übergeht. Stattdessen hat er unfreiwillig gezeigt, dass ein solches System im 17. Jahrhundert nicht mehr konstruierbar ist. Dabei hat er vier Pflöcke eingeschlagen, die von nun an überaus wirkungsmächtig ihr Terrain abstecken: 1. Das Cogito-Argument und damit den systematischen Ansatz der Philosophie beim denkenden Ich. 2. Den Grundgedanken der rationalistischen Philosophie, dass zentrale Begriffe im Bewusstsein perfekt vorstrukturiert sind. 3. Die scharfe Trennung von Körper und Geist, Subjekt und Objekt, den sogenannten Dualismus. 4. Die konsequente Anwendung der Mechanik auf die Physiologie. Vor allem der erste und der dritte Gedanke haben den Lauf der Philosophie entscheidend geprägt. Für Georg Wilhelm Friedrich Hegel steht Descartes am »eigentlichen Anfang« der Philosophie. Und für Martin Heidegger (1889 – 1976) sind das Cogito und der Dualismus von Subjekt und Objekt das »Urbild« aller philosophischen Ausweglosigkeiten der Moderne."[mijn nadruk](335-336)

[Ja, op de verkeerde manier, dat is zeker.]

(338) Der Gott der klaren Dinge

Over Baruch de Spinoza (1632 – 1677), de zoeker naar geluk en waarheid. Spinoza is het niet eens met de opvattingen van Descartes.

"Das Sein, so Spinoza, geht jedem Denken voraus und liegt ihm immer schon zugrunde.
Die neuzeitliche Subjektphilosophie mit ihrem Ausgang vom denkenden Ich erhält ein strenges Misstrauensvotum."(345)

"Was ist die Welt? Wo ist der Ort, an dem sich mein denkendes Bewusstsein in der Welt befindet? Und warum kann es überhaupt denken und erkennen? Die Antwort auf diese Frage lautet bei Spinoza kaum anders als bei den Denkern des Mittelalters: Gott! Doch jener Gott, der für Spinoza Urgrund allen Seins ist, hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Christentum oder dem Judentum zu tun …"(346)

"Spinoza gehört zu jenen Denkern, die glauben, dass ihre Philosophie die Philosophie weitgehend beenden wird. Das teilt er mit Aristoteles, Descartes und später Kant, Hegel und Ludwig Wittgenstein. Sein System soll die tatsächlichen Zusammenhänge der Welt endgültig erhellen. Mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit geht er davon aus, dass der Mensch Gott und die Welt adäquat erfassen kann. Denn auf dieser Voraussetzung fußt das ganze rationalistische Programm – und macht es uns heute verdächtig."(351-352)

[Precies. En ook hier weer religieuze aannames over het bestaan van god waarmee zijn hele denken staat of valt. Het valt ...]

Over Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716).

"Auch Leibniz’ Programm ist damit klar definiert: im vermeintlichen Chaos der Welt die Harmonie zu entdecken, in der Verschiedenheit der Dinge ihre Einheit aufzuspüren und im Ungeordneten und Ungereimten die Regeln und Gesetze zu entdecken, die alles wieder einen. Nun hatten dies auf ihre Weise sowohl Descartes als auch Spinoza bereits versucht. Doch Leibniz hat gute Gründe, mit seinen Vorgängern unzufrieden zu sein."(378)

"Leibniz’ System gründet sich, wie bei Descartes und Spinoza, auf eiskaltes Gedankenschach. Gott ist nicht nur unendlich gut und weise, sondern zugleich unendlich vernünftig. Folglich kann man ihm auch durch vernünftiges Denken am besten gerecht werden und nahekommen."(381)

[Ook Leibniz kan niet zonder god, blijkbaar. Weer een theoloog ... ]

Meer over Port-Royal en Blaise Pascal (1632 – 1662) die door Leibniz inspirerend gevonden werd. Ook meer over Jakob Böhme (1575 – 1624) die eveneens door Leibniz bewonderd werd.

"Die Frage nach der menschlichen Freiheit ist eine der Fragen des von Kriegen und Verunsicherungen zerfurchten 17. Jahrhunderts."(404)

(414) Gebändigte Gewalten

Dit hoofdstuk gaat over Thomas Hobbes (1588 – 1679). Hobbes is iemand die in extremo meemaakt hoe een samenleving in chaos kan vervallen.

"Hobbes erlebt an die zwanzig Kriege, darunter den Dreißigjährigen Krieg und den Englischen Bürgerkrieg. Er ist Zuschauer des gesellschaftlichen Umbruchs, der Großen Pest und des Brandes von London."(416)

"Mit zwanzig ist er Bachelor der Philosophischen Fakultät. Doch er strebt keine Karriere an der Universität an. Wie Bacon, Descartes, Spinoza oder Leibniz sucht er ein Leben jenseits der Mauern der universitären Welt – und begegnet ihr sein langes Leben über mit Skepsis."(417)

"Während er sich einerseits mit Geschichte beschäftigt, orientiert er sich in seinem Denken immer mehr am Exaktheitsanspruch der Mathematik. Auch er möchte, wie zeitgleich Descartes und später Spinoza und Leibniz, die Welt »more geometrico« erklären: klar, deutlich, lückenlos und nach unwiderlegbaren Prinzipien."(418)

Zijn werk Leviathan brengt een schok teweeg. Iedereen valt over hem heen.

"Der Leviathan – das ist für Hobbes der Staat, die uneingeschränkte Gewalt, zusammengesetzt aus dem Willen seiner Bürger ... (...) In diesem neu geordneten England, formal eine Republik, veröffentlicht Hobbes seinen Leviathan – eine Verteidigung der Monarchie!"(424)

"Sowohl im Leviathan als auch in seinem dreiteiligen Lebenswerk, den Elementa Philosophiae (Elemente der Philosophie), beginnt er seine Architektur auf der untersten Ebene. Von der Naturphilosophie über die Anthropologie will er zum einzig logischen Staatsmodell vordringen. Seine Staatsphilosophie soll dabei so rational sein, wie ein Mathematiker sie konsequenterweise entwickeln muss."(429)

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