>>>  Laatst gewijzigd: 8 juli 2020  
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Voorkant Cassing 'Bezahltes Dating (enjo kōsai) in japanischen Zeitschriften, Zeitungen und in der Literatur' Katja CASSING
Bezahltes Dating (enjo kōsai) in japanischen Zeitschriften, Zeitungen und in der Literatur
Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde des FB II: Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität Trier (Japanologie), 2001, 209 blzn.

[Vertalingen zijn hier belangrijk. Het Japanse enjo kōsai wordt in dit boek vertaald met 'bezahltes Dating', in het Engels zie je 'compensated dating'. Het betekent letterlijk: omgang hebben met iemand (kōsai) tegen een vorm van ondersteuning (enjo). Dat hoeft dus geen geld te zijn. 'Betaald' wekt wel die indruk, 'compensated' is wat dat betreft beter. Dat de media er meteen 'schoolmeisjesprostitutie' - shōjo baishun - van maakten is typisch. De Nederlandse media doen het zo rond 2008 niet beter met termen als 'breezerseks'. Ik weet nog niet wat de beste Nederlandse vertaling zou kunnen zijn.]

(9) Einführung

[Ze begint met een naar mijn gevoel erg mooi citaat:]

"I shall begin with a proposition – one that is so commonplace that its significance is often overlooked – that in our society, youth is present only when its presence is a problem, or is regarded as a problem. More precisely, the category youth gets mobilised [...] when young people make their presence felt by „going out of bounds“, by resisting through rituals, dressing strangely, striking bizarre attitudes, breaking rules, breaking bottles, windows, heads, issuing rhetorical challenges to the law. (HEBDIGE 1988: 17–18)"(9)

In Japan vielen de media midden 90er jaren ineens over het enjo kōsai onder schoolmeisjes. De tijdschriften stonden er vol mee, er werden documentaires over gemaakt, het werd een thema in films en romans.

"Auch auf dem Buchmarkt erschienen zahlreiche Titel, die das Phänomen aus soziologischer (u.a. MIYADAI 1994, 1997a, 1997b) oder journalistischer Sicht beleuchten (TAKABE 1996, KURONUMA 1996); an literarischen Arbeiten sind unter anderem die Romane von Murakami Ryū (1996) oder Sakurai Ami (1996, 1997a) zu nennen."(10)

De media spelen een rol in de waardering van zo'n verschijnsel.

"Sie [de media - GdG] legen nicht nur fest, welche Ereignisse Berichterstattung verdienen, sondern geben zugleich durch ihre an gesellschaftlichen Normen und Werten orientierte Berichterstattung Anleitung zum Verständnis dieser Ereignisse. Medien, die nicht über der Gesellschaft stehen, sondern aus der Gesellschaft kommen und in ihr verwurzelt sind, bilden Realität nicht ab, sondern konstruieren anhand gesellschaftlich vorgeprägter Kategorien ihre eigene Realität. Sie schaffen, in anderen Worten, eine Medienwirklichkeit. Das bedeutet nicht, daß Dinge, über die berichtet wird, nicht existierten oder notwendigerweise falsch bzw. verzerrt dargestellt würden; es bedeutet lediglich, daß sie mit einem an bestimmten Werten orientierten Bezugsrahmen (frame of reference, HALL 1973: 163) versehen werden." [mijn nadruk] (11)

"Überprüft man bezahltes Dating als Form jugendlicher Devianz im Hinblick auf seinen Nachrichtenwert sowie auf ein mögliches mit dem Thema verbundenes wirtschaftliches bzw. kulturelles Interesse, stellt sich sofort heraus, daß es sich selbst in der Bedeutung von Schulmädchenprostitution weder um ein neues noch um ein auffälliges Phänomen handelt. Schulmädchenprostitution ist ein Thema, welches wenigstens von der Presse seit den 50er Jahren immer wieder aufgegriffen und thematisiert wurde. [mijn nadruk] "(12)

"Eine Studie der Stadt Tōkyō belegt überdies, daß es sich bei enjo kōsai um ein eher marginales Phänomen handelt. Der Untersuchung zufolge haben über 90% aller befragten Schulmädchen keine enjo kōsai-Erfahrungen ..." [mijn nadruk] (12)

Desondanks is er sprake van grote maatschappelijke beroering als het er weer eens over gaat en springen de instanties er meteen op in om strengere regelgeving te fabriceren die dit alles aan banden moet leggen.

[Het is met andere woorden een prachtig voorbeeld van een morele paniek.]

"Der Grund für die heftigen Reaktionen ist woanders zu suchen – in der kulturellen Brisanz des Themas nämlich, das heißt, in seiner Bedeutung hinsichtlich der Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Normen und Werte. Diese Feststellung wirft einige Fragen auf: Erstens, welche Normen und Werte sollen re-etabliert werden? Zweitens, welche Strategien werden zu diesem Zweck eingesetzt, das heißt, wie wird das Phänomen dargestellt, und verbirgt sich hinter der Darstellung vielleicht ein Muster." [mijn nadruk] (13-14)

De auteur gaat de drie grootste kranten in Japan analyseren alsmede literatuur.

"Mit dieser Themenstellung begibt sich die vorliegende Arbeit auf ein weitestgehend brachliegendes Forschungsgebiet. Die wenigen zu nennenden einschlägigen Studien stammen von den Soziologen Miyadai Shinji (Tōritsu-Universität) und Enda Kōji (Kansai Daigakuin-Universität). Miyadai widmet sich vor allem der Beschreibung des Phänomens, der Analyse gesellschaftlicher Hintergründe und der Bedeutung des Selbstbestimmungsrechts von Frauen. Enda betreibt im wesentlichen enjo kōsai-Motivationsforschung. Daneben gibt es vereinzelte Umfragen, zum Beispiel die 1997 von Fukaya Kazuko mit Saegusa Keiko und Ôhara Takahisa (Gakugei-Universität, 1997) durchgeführte Untersuchung zur Verbreitung des Phänomens unter jungen Mädchen, oder die Studie von Ui Miyoko und Fukutomi Mamoru (ebenfalls Gakugei-Universität, 1998) zum enjo kōsai-Bewußtsein von Schülerinnen."(14)

(17) 1 - Bezahltes Dating (enjo kōsai)

De term ontstond in 1971 en ontwikkelde rond 1985 naar de betekenis van "kurzfristige sexuelle Begegnungen mit wechselnden Partnern" met de opkomst van de telefonische datingdiensten. In de 1990er jaren werd het "Gesellschaft und jedes andere Miteinander gegen Bezahlung". Er is niet onderzocht hoeveel mannen ervaring hebben met enjo kōsai. Wel met andere 'services': de auteur noemt "die selbstverständliche Einstellung japanischer Männer gegenüber käuflicher Gesellschaft" en er zijn allerlei wegen in die richting.

"Zur Verbreitung von enjo kōsaiunter erwachsenen Frauen gibt es keine Untersuchungen, wohl aber zu den enjo kōsai-Erfahrungen junger Mädchen. Bei der ersten Studie handelt es sich um eine 1996 von der Stadt Tōkyō durchgeführten Untersuchung, in der Schülerinnen und Schüler von 110 Mittel- und Oberschulen unter anderem zu ihrer familiären Situation, allgemeinen Lebensumständen, ersten sexuellen Erfahrungen, Nebenjobs sowie ihren Erfahrungen mit Telefonclubs und enjo kōsai befragt wurden. Insgesamt wurden 5.500 Fragebögen versandt; ausgefüllt wurden 1.291. Die Studie ergab, daß 4,0% der Oberschülerinnen und 3,8% der Mittelschülerinnen über Erfahrungen mit enjo kōsai verfügen (TŌKYŌ-TO SEIKATSU BUNKA KYOKU 1997: 19). Auf die Frage, wie man enjo kōsai-Partner finde, gaben 67,6% der Schülerinnen an, auf der Straße angesprochen worden zu sein. An zweiter bzw. dritter Stelle wurden Telefon- und Dateclubs genannt (64,9% Oberschule; 45,2% Mittelschule; TŌKYŌ-TO SEIKATSU BUNKA KYOKU 1997: 53).
Die zweite Umfrage ist eine 1997 von Fukaya Kazuko (Gakugei-Universität) et al. durchgeführte Untersuchung, in der 1.725 Oberschüler und -schülerinnen in Tōkyō und der Präfektur Saitama unter anderem zu ihrer grundsätzlichen Bereitschaft zu enjo kōsai befragt wurden. Die Analyse der 868 von Mädchen ausgefüllten Antwortbögen, die zu einer genaueren Untersuchung aus den gesamten Antworten herausgezogen worden waren, ergab, daß insgesamt 29,6% der Schülerinnen die Möglichkeit, enjo kōsai zu betreiben, nicht grundsätzlich ausschließen wollten (FUKAYA et al. 1998: 23)." [mijn nadruk] (19-20)

Motieven: Compensatie voor nare ervaringen, verzet tegen de ouders en tegen de druk om op school te moeten presteren, doen wat je vriendinnen doen, vergroten van de zelfwaardering (erkenning zoeken), gewoon er op alle mogelijke manieren van genieten (en nog betaald worden ook), en het simpelweg zien als een baan.

De maatregelen die genomen werden: veel voorlichting aan ouders, scholen, de meisjes; en wettelijke maatregelen als het verbieden van seks met jongeren onder de 18 voor geld of goederen.

(29) 2 - Bezahltes Dating in Zeitschriften

Er werd in de tijdschrijften vooral veel over geschreven in de jaren 1996-1999. Het fenomeen enjo kōsai werd meteen als 'meisjesprostitutie' gebracht. Alle aandacht gaat naar het aanbod, nauwelijks aandacht naar de vraag (van mannen). Het gedrag wordt als immoreel beschreven.

"Die Mädchen werden namentlich genannt und außerdem wesentlich genauer beschrieben als die Männer, die lediglich als papa [Patron], rorikon dansei [Mann mit Lolita-Komplex] oder kyaku [Kunde] in Erscheinung treten. Die männliche Beteiligung wird nicht problematisiert, im Gegenteil: die euphemistische oder gar entschuldigende Benennung und Beschreibung ihrer Beteiligung läßt vielmehr darauf schließen, daß sie gebilligt wird. Die Mädchen werden in aktiver Rolle porträtiert."(34)

"Die Mädchen hingegen werden, wie auch in anderen Artikeln, als selbstbewußte Geschäftsfrauen beschrieben, die genau wissen, wie sie zu Geld und – das ist wichtig – zu ihrem Vergnügen kommen. Ihre Haltung zu Sex ist selbstbewußt und fordernd. Die Tatsache, daß einige der Mädchen sogar schon über Arbeitserfahrung in der Sexindustrie verfügen, deutet auch hier auf die Vorarbeit für das Stereotyp des gefallenen Mädchens, welches in späteren Artikeln konkretisiert wird."(38-39)

(57) 3 - Tageszeitungen

"Wie sich aus Tab. 6 ersehen läßt, ist die Zahl der Artikel in den auflagenstärksten Zeitungen Japans zum Stichwort enjo kōsai nicht unerheblich. In einem Zeitraum von knapp vier Jahren, 1996 bis einschließlich Oktober 1999, brachte die Mainichi Shinbun insgesamt 611 Artikel, die Asahi Shinbun 427, die Hokkaidō Shinbun 320, die Sankei Shinbun 276, die Yomiuri Shinbun 230 und Nikkan Supōtsu 134 Artikel. Das heißt, zwischen 1996 und 1999 erschienen in der Mainichi Shinbun durchschnittlich an jedem zweiten, in der Asahi an jedem dritten und in der Yomiuri an jedem siebten Tag ein Artikel über enjo kōsai. "(57)

"Auch hier wird bezahltes Dating – wie in der Zeitschriftenberichterstattung – in vielen Fällen mit Prostitution gleichgesetzt."(60)

En alle aandacht gaat weer naar de schoolmeisjes, wat oudere vrouwen en zeker de mannen worden niet verder besproken. De bepleitte maatregelen betreffen dan ook vooral die meisjes.

[Je vraagt je af waarom het zo belangrijk is voor al die tijdschrijften om een en ander prostitutie te noemen. De focus is dan meteen seks waarvoor iemand zich met geld laat betalen. Is het kicken om te zeggen dat jonge meiden aan seks doen en nog wel met oudere mannen? Is dat de sensatie van de dag vanuit het vooroordeel dat jonge meiden niet aan seks doen en als ze dat al doen dan zeker niet met oudere mannen? En dan het andere vooroordeel: ze doen het voor geld, niet omdat ze het leuk of lekker vinden. Je leest de hele tijd hoe slecht het is dat die meisjes dat doen, je leest nooit waarom het slecht is dat ze dat doen. Dat wordt blijkbaar als vanzelfsprekend gezien.]

"Es wird nach wie vor suggeriert, daß es sich bei enjo kōsai um von Mädchen initiierte Unternehmungen handelt, mit denen Männer eigentlich nichts zu tun haben."(81)

"Eine Auflistung der Tatbestände beispielsweise macht deutlich, daß im Falle von Mädchen oder Prostitutionsvermittlung immer explizit von baishun, im Falle von Männern von unsittlichem (waisetsu na), obszönem (midara na), unanständigem (ikagawashii) Verhalten oder von ins-Hotel-gehen (hoteru ni iku) gesprochen wird. Der Begriff kaishun, der mit Kinderprostitution assoziiert wird, sozusagen Vergehen schlimmster Ordnung, wird nicht verwendet. Stattdessen werden Termini eingesetzt, die den Tatbestand entweder beschönigen oder aber dem Bereich sexueller Perversionen zuordnen, die immer nur einen kleinen Teil der Gesellschaft betreffen."(88)

"Viele Wochenmagazine zeichnen sich bekanntermaßen durch reißerische Aufmachung und sensationalistischen Stil aus. Eine skandalisierende Darstellung von enjo kōsai in eben diesen Medien ist, mag man behaupten, nicht verwunderlich. Tageszeitungen hingegen gelten als objektive Berichterstattungsorgane, und auf den ersten Blick scheinen sie in der Tat die Erwartung umfassender, wahrheitsgetreuer, objektiver Berichterstattung zu erfüllen: denn pornographische Artikel oder Fotos gibt es keine, und die Kommentare erscheinen an dafür vorgesehenen, besonders ausgewiesenen Stellen. Ein zweiter Blick jedoch beweist, daß die Artikel der Tagespresse weder umfassend noch neutral berichterstatten. " [mijn nadruk] (89)

(91) 4 - Literatur

"Im Jahre 1996 erschienen gleich drei Romane zum Thema enjo kōsai; Murakami Ryū veröffentlichte Love & Pop (1997 von Anno Hideaki verfilmt), Sakurai Ami publizierte Innocent World und Satō Ayuko gab Bodī Rentaru (Body Rental) heraus. "(91)

[Waarna er uitgebreide analyses van die werken volgen.]

"Wie Love & Pop suggeriert Innocent World, daß enjo kōsai unmoralisch sei."(131)

"Innocent World propagiert wie Love & Pop traditionelle Normen und Werte. Frauen obliegen Aufgaben wie das Aufrechterhalten zwischenmenschlicher Beziehungen sowie fürsorgliche Anteilnahme. Die Basis der Gesellschaft ist die funktionierende Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kind. Männer, das zeigt die Arbeitsteilung bei terefakkusu, sind zudem Kopf einer Organisation, Frauen ihr Körper. "(136)

"Mit dem Roman Jogakusei no tomo von Yū Miri wird zum ersten Mal in der japanischen Literatur eine männliche Perspektive zum Thema enjo kōsai einbezogen. Während bei Murakami, Inaba und Sakurai ausschließlich aus der Sicht der jeweiligen weiblichen Hauptfigur berichtet wird, liegt das Hauptaugenmerk in Jogakusei no tomo auf dem Schicksal einer männlichen Hauptfigur. Auf eine weibliche Perspektive wird nicht verzichtet; sie spielt hier jedoch eine untergeordnete Rolle. "(145-146)

"Anders als in Dakareru, Innocent World oder Girl wird in Jogakusei no tomo nicht nur eine enjo kōsai-Variante dargestellt, sondern, wie bei Murakami, verschiedene. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei den beteiligten Parteien auch hier um Schulmädchen als Anbieter und Männer als Käufer. Obwohl der Roman in erster Linie das Schicksal eines Mannes beschreibt und aus dessen Perspektive berichtet, wird in der Auseinandersetzung mit enjo kōsai auch hier das Augenmerk auf die weibliche Seite gerichtet. Daß sexuelles Interesse von Männern an jüngeren Frauen bzw. Mädchen sowie die Befriedigung eines solchen Interesses als unproblematisch empfunden wird, wird nicht nur an den bereits genannten Punkten deutlich – Gen’ichirōs Affären, Jun’ichis Besuche in Rotlicht-Etablissements usw. –, sondern auch in der Ambivalenz der Hauptfigur. Gen’ichirō erweckt einerseits den Eindruck, jeder Versuchung widerstehen zu können, andererseits wird aber geschildert, wie seine Schwiegertochter ihm aus Freude um den Hals fällt und er sich dabei ertappt, wie seine Hand auf ihren Hintern rutscht (S. 16)(...) Der Wunsch, mit einer jüngeren Frau oder einer Minderjährigen eine sexuelle Beziehung zu haben, ist offenbar vorhanden, wird aber nicht thematisiert. Besprochen wird ausschließlich die Motivation der Mädchen. Jogakusei no tomo bleibt darüber hinaus, wie auch die anderen Texte, innerhalb des bestehenden Normen- und Werteverbundes. Auch in dieser Geschichte ist für Mädchen ein traditioneller Lebensentwurf vorgesehen, den diese ganz natürlich in ihr Weltbild integriert haben."(155-156)

"Wie in der Zeitschriftenberichterstattung wird auf stereotype Charaktere zurückgegriffen. Bei den männlichen enjo kōsai-Teilnehmern handelt es sich fast ausschließlich um gesellschaftliche Außenseiter (Kranke oder Sexbesessene); auf der weiblichen Seite finden wir Mädchen aus zerrütteten Familien, Mädchen, die Kindheitstraumata zu bewältigen haben. Kritik daran, daß Männer außereheliche Beziehungen haben, außereheliche Beziehungen zu, wenn denn enjo kōsai Schulmädchenprostitution sein soll, Minderjährigen oder, um es ganz deutlich zu sagen; zu Kindern – solche Kritik wird nicht geübt. Die Bewertung des Phänomens, das heißt, der weiblichen Beteiligung, auf die man sich beschränkt, ist durchgängig negativ: Bezahltes Dating ist unmoralisch und hinterläßt bei der Hälfte derer, die es betreiben, seelische Schäden. Bei der weiblichen Hälfte. " [mijn nadruk] (165-166)

(167) Schluß

"Das Thema bezahltes Dating in all seinen Spielformen wurde als jugendliche Devianz identifiziert und als willkommenes diskursives Konstrukt zur Re-Etablierung überkommener gesellschaftlicher Normen und Werte eingesetzt, in diesem Fall zur Re-Etablierung fraulich keuscher Sexualmoral und des traditionellen weiblichen Lebensentwurfs, der für Frauen ein Dasein als Ehefrau und Mutter vorsieht.
Zur Aufbereitung des Themas wurde auf eine politische Strategie zurückgegriffen, die nicht nur häufig zur Betonung gesellschaftlichen Wohlverhaltens eingesetzt wird, sondern auch um Themen zu vermarkten: Skandalisierung.
" [mijn nadruk] (167-168)

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